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2025

17. WSKF-Weltmeisterschaft vom 27.09. bis 04.10.2025 in Tokyo, Japan

Vom 27. September – 04. Oktober 2025 fand in Tokyo, Japan, die 17. Weltmeisterschaft der World Shotokan Karate-Do Federation (WSKF) unter der Schirmherrschaft des Weltcheftrainers Hitoshi Kasuya Sensei (9. Dan) statt. Dieses Jahr markierte zudem das 35-jährige Bestehen des WSKF.

Im renommierten Tokyo Budokan trafen sich über 600 Kämpfer aus ca. 40 Nationen um die Weltmeister/innen in verschiedenen Kata- und Kumite-Disziplinen zu ermitteln.

Im Anschluss an das Kampfrichter- und Technikseminar, an dem für Team Deutschland Vize-Cheftrainer Peter Nuding Sensei (7. Dan) teilnahm, fanden unter den strengen Augen eines renommierten Prüfungskomitee die Dan-Prüfungen statt, bei welchen sich Thomas Tica der Prüfung zum 4. Dan stellte und diese sehr erfolgreich ablegte.

Des Weiteren fanden zwei Seminartage statt, an denen Hitoshi Kasuya Sensei die Teilnehmenden aller Nationen und Gürtelgrade in speziellen Techniken unterwies. Bereits hier zeigte sich die internationale Klasse der Teilnehmenden der verschiedenen Mitgliedsnationen, was die Erwartung und Freude auf den bevorstehenden Wettkampf nur noch verstärkte.

Nach einem Tag zwischen Seminaren und Wettkampfbeginn, der dem persönlichen Training sowie der Erkundung Tokyos durch die Karate-ka des DSKF diente, konnten die Wettkämpfe beginnen. Als Kämpfer waren Daniel Kleinschmidt und Thomas Tica (Dojo Nintai), Jan Rico Gebhardt und Max Burchard (Dojo Taira) sowie Jonathan Häfele (Dojo Fujiwara) für die Deutsche Shotokan Karate-Do Federation (DSKF) nach Tokyo gereist. Verstärkt wurde das Team durch Daniel Sempf (Marburg) und Kai Sempf, der als Team-Physiotherapeut mit angereist war.

Die Wettkämpfe begannen bei den Veteranen bis 49 Jahre mit der Disziplin Kata (einzel). Hierbei Lieferte Thomas Tica eine sehr gute Kata ab, musste sich jedoch leider gegen den Top-Favoriten Bryan Dukas (6. Dan) aus Australien geschlagen geben. Auch Daniel Kleinschmidt unterlag nach einer starken ersten Runde seinem Kontrahenten knapp. Daniel Sempf erreichte mit seiner Kata die Finalrunde und sicherte sich den 5. Platz.

Im Jiyu-Kumite (2-Minuten ohne Unterbrechung bei Punkten) verlor Daniel Kleinschmidt knapp, während Daniel Sempf im Viertelfinale ausschied. Beide Kämpfer traten auch in der Kategorie Shobu-Ippon an und unterlagen ihren äußerst starken Gegnern in der ersten Runde, womit die deutschen Veteranen leider eine Platzierung verpassten.

Besonders eng wurde es bei den Veteranen dann in der Disziplin Team-Kata, bei der es um absolute Synchronität geht. Daniel Kleinschmidt, Thomas Tica und Daneil Sempf lieferten eine wunderschöne Sochin-Kata ab und verpassten ganz bitter den 3. Platz um 0.1 Punkt in einem eng umkämpften Finale, bei dem zwischen Platz 4 und Platz 1 nur 0,4 Punkte Unterschied lagen.

Max Burchard trat vor den Leistungsklasse-Wettkämpfen bereits bei den Kadetten an und belegte einen starken 5. Platz in der Kategorie Kata, während er sich im Jiyu-Kumite leider seinem russischen Gegenüber geschlagen geben musste.

In der Leistungsklasse (18-36 Jahre) traten Jan Rico Gebhardt und Max Burchard (Dojo Taira) sowie Jonathan Häfele (Dojo Fujiwara) an. Während Max Burchard und Jonathan Häfele in der Kategorie „Einzel-Kata“ leider in der ersten Runde gegen starke Gegner aus Panama und Armenien ausschieden, erreichte Jan Rico Gebhardt das Achtelfinale und schied hier knapp gegen denselben Armenischen Gegner aus, der auch schon Jonathan Häfele besiegt hatte.

Im Jiyu-Kumite schlugen sich alle deutschen Teilnehmer gut. Max Burchard musste sich nach hartem Kampf seinem Gegner aus Russland knapp um einen Punkt geschlagen geben, obwohl er eine grandiose

Leistung ablieferte. Auch bei Jonathan Häfele waren sich die vier Ringrichter und der Hauptkampfrichter, Hitoshy Kasuya Sensei nicht einig, was den finalen Sieger anging, leider ging dieser Kampf jedoch ebenfalls mit 2 zu 3 Stimmen nicht an das Deutsche Team. Jan Rico Gebhardt schied nach einem spannenden Kampf zwischen gleichstarken Kämpfern in der 2. Runde aus, womit die Herren in dieser Disziplin leider keine Medaille erkämpfen konnten.

Im Shobu-Ippon Kumite trafen Jan Rico Gebhardt und Max Burchard auf starke erste Gegner, denen sie das Leben für eine lange Zeit schwer machten, sich jedoch am ende leider geschlagen geben mussten. Jonathan Häfele besiegte in dieser Disziplin seinen Gegner aus Mexico ohne Gegentreffer und stand somit im Viertelfinale. Hier lieferte er sich einen Kampf mit Top-Favorit Diego Korban aus Panama (5. Dan), den er zumindest einmal aus dem Ring drängen konnte. Der Kampf ging unerwarteterweise beinahe die vollen 2 Minuten, bevor der Panamaer und spätere Weltmeister den entscheidenden, technisch wunderschönen Punkt setzen konnte. Somit schied Jonathan Häfele im Viertelfinale aus und verpasste die Möglichkeit für das Deutsche Team eine Treppchen-Platzierung zu ergattern.

Abschließend traten die Herren aus Deutschland noch in den Kategorien Team-Kata und Team-Kumite an. Als Kata-Mannschaft lieferten sie eine ordentliche Leistung mit der Kata Jion ab, wurden aber letzten Endes leider nur Fünfte.

Im Team-Kumite wartete direkt zu Begin der Favoritengegner Panama. Jonathan Häfele trat hier als Erster an, wiederum gegen den mehrfachen Weltmeister Diego Korban. Nach dem ersten Punkt durch diesen kam es zu einem Austausch an Kick-techniken, bei dem Häfele Korban unglücklich unkontrolliert erwischte und hierfür einen Strafpunkt gegen sich hinnehmen musste, welcher den Kampf entschied. Max Burchardt lieferte sich einen harten, fairen Kampf als zweiter Kämpfer für Team Deutschland, wurde ganz zum Ende der Kampfzeit jedoch durch einen sauber platzierten Kick zum Kopf bezwungen. Dennoch zeigte das Kumite-Team aus Deutschland, dass sie sich trotz ihres Underdog-Status durchaus furchtlos den härtesten Gegnern auf der Tatami-Matte stellen und diesen einen Kampf liefern konnten.

Diego Korban und das Panamaer Kumite-Team gewannen zuletzt auch in dieser Kategorie den Weltmeistertitel nach einem atemberaubenden Kampf gegen das Team aus Usbekistan.

Alles in allem war dem deutschen Team somit zwar keine Medaille vergönnt, dennoch war die Teilnahme für alle Kämpfer ein großer Erfolg und sorgte dafür, dass sie in Zukunft nur noch härter trainieren werden, um in den kommenden Jahren gemeinsam mit einem stetig wachsenden Kader für Team Deutschland kämpfen zu dürfen.

Besonderer Dank geht an die Senseis des DSKF um Chef-Trainer Uwe Borsody Sensei (7. Dan) und Peter Nuding Sensei (7. Dan), die Ihr Vertrauen in ihre Schützlinge zeigten und diese einmalige Erfahrung durch ihre harte und vorbildhafte Arbeit ermöglichten.

Die Erfolge im Überblick:

Veteranen Kata: Daniel Sempf – 5. Platz
Veteranen Jiyu Kumite: Daniel Sempf – Viertelfinale
Veteranen Kata-Team: (Kleinschmidt, Tica, Sempf) – 4. Platz
Kadett-Kata: Max Burchard – 5. Platz
Herren Kata: Jan Rico Gebhardt – 2. Runde
Herren Jiyu Kumite: Jan Rico Gebhardt – 2. Runde
Herren Shobu-Ippon: Jonathan Häfele – Viertelfinale
Herren Kata-Mannschaft: (Gebhardt, Burchard, Häfele) – 5. Platz
Herren Kumite-Mannschaft: Viertelfinale

Braun-/Schwarzgurt-Lehrgang am 15./16. Februar 2025 in Leinzell

Am 15./16. Februar 2025 fand der traditionelle Braun-/Schwarzgurt-Lehrgang des DSKF unter Leitung von Uwe Sensei in Leinzell statt. Trotz der ein oder anderen Absage aufgrund Krankheit trafen sich über 50 Karatekas, davon über 25 Dan-Träger, aus nah und fern, um zu Beginn des Jahres gemeinsam zu trainieren. 

Für Nationalcoach Uwe Borsody war es nach dem letzten Kadertraining im Januar eine weitere Gelegenheit, das Team für die im Oktober in Tokyo, Japan, stattfindenden 17. Weltmeisterschaften des WSKF zu sichten und die Teilnehmer zu nominieren. 

Nach dem Warm-up eröffnete Uwe Sensei das Training mit einigen interessanten Kihon-Kombinationen. Wie schon geahnt und gefürchtet beinhalteten seine Kombinationen viele Drehungen und es wurde keine Himmelsrichtung ausgelassen. Dabei kam neben den Karatekas selbst auch so mancher Kopf von erfahrenen Dan-Trägern ins Schwitzen. 

Im Anschluss wurden die im Kihon geübten Sequenzen ins Kumite übertragen. Bei zunächst langsamen exakten, später dynamischen und schnellen Kombinationen konnten jeweils zwei Partner ihre Techniken unter nahezu reellen Situationen miteinander ausüben.

Vor allem die Mitglieder des Nationalkaders kamen bei den von Uwe Sensei geleiteten körperlich sehr intensiven Übungen kräftig in Schwitzen und wurden an ihre Grenzen gebracht.

Den Abschluss des dreistündigen Trainings bildete eine kurze Kata-Session, in der die Tekki-Katas im Focus standen. Das Besondere dabei – die Katas wurden im Stand geübt.

Am Sonntagvormittag waren dann nochmals eineinhalb Stunden angesagt, dieses Mal mit dem Fokus Kata. Schon beim Kihon wurden einige Sequenzen aus den Heian Katas geübt. Danach standen die Heian Katas sowie Bassai-Dai, Jion, Enpi, Kanku-Dai, Sochin und Hangetsu auf dem Programm. Krönenden Abschluss des Lehrgangs bildete die 4-Richtungen-Kata-Übung, bei der jeweils 4 Karatekas ihre Kata in unterschiedliche Richtungen laufen – und die nach dem anstrengenden Training bei so manchen noch mal für einen „Richtungsverlust“ sorgte.

Erschöpft, jedoch zufrieden, blickten die meisten nach Trainingsende auf die intensiven Trainingsstunden zurück – wieder viel gelernt und die eigenen Grenzen erfahren. Auch Nationalcoach Uwe Borsody Sensei zeigte sich sehr zufrieden. Für ihn ist das Bild des Nationalkaders für die WM wieder etwas klarer geworden.